Geschichten von Schwertern und Zauberei

Villains by Necessity – Eve Forward

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der Krieg ist vorbei, die Guten haben triumphiert und wenn sie nicht gestorben sind so leben sie… in einer langweiligen Hölle. Ein Assassin, ein Dieb eine Zauberin, ein dunkler Ritter und eine Druidin, machen sich auf den Weg einfach alles zu ruinieren.

Was hält eine Gruppe Bösewichte so lange zusammen, bis die Welt gerettet ist, nachdem es die Guten einfach VÖLLIG vergeigt haben?

Diese interessante Grundidee verarbeitet Eve Forward sehr unterhaltsam. Im ganz klassischen Stil eines Sword and Sorcery Romans mit Gruppe und Queste zur Rettung der Welt. Die Protagonisten reiben schön aneinander ohne in seitenweise Introspektion zu verfallen. Sie sind Böse ohne dabei Dumm zu sein und tatsächlich verwischt die Grenze zwischen Gut und Böse oder auch gemein und nett zusehends.

Sicher, es ist nicht der Herr der Ringe, obwohl es mit der wandernden Gruppe in das Genre passt. Das Worldbuilding etwa ist professionell, aber nicht überraschend, allerdings ist das Buch auch 25 Jahre alt, 1996 hätte ich das wahrscheinlich noch innovativer bewertet.

Auf jeden Fall ist es unterhaltsam, es macht Spaß Villains by Necessity zu lesen.

Als Druckwerk ist es out of Print und nur reichlich überteuert antiquarisch erhältlich. Als Kindle eBook ist es dafür mit kindle unlimited sogar kostenlos erhältlich.

Leider hat der Scan eine Reihe von systematischen Typos (burn => bum) mitgebracht, aber für umsonst, ist die Qualität in Ordnung.

Oh und natürlich: English only!

„Einer muss beim Schach die schwarzen Steine nehmen“

Eve Forward: Villains by Necessity (1996)

Sunglasses After Dark – Nancy A. Collins

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Halb Mensch – Halb Vampir jagt sie die Blutsauger, die ihr das angetan haben und bringt sie effektvoll und blutbeschauert zur Strecke

Nein das ist nicht Blade, sondern der zweite Klassiker den ich mir in der Corona Isolation vorgenommen habe. Ich hab den ersten Sonja Blue Roman Sunglasses after Dark tatsächlich 1989 verpasst, obwohl ich einiges an Anne Rice verschlungen habe, wie wahrscheinlich jeder Teenager in den frühen 90ern des letzten Jahrtausends und obwohl ich ein echtes Faible für Splatterpunk habe.

Nancy A Collins erzählt die Geschichte ihrer Heroine Susan Blue im Vampirroman erprobten Stil aus abenteuerlichem Heute mit rückgeblendeter Entstehungsgeschichte. Das heute voller erprobter Gewalt und Widerstände die Rückblenden mit grafischer aber ungeschickterer Gewalt und einer guten Portion kinky sex story.

Splatterpunk als Genre muss einem ein bisschen liegen, um die durchaus stimmigen aber deutlich überzeichneten Gewaltszenen zu mögen. Das sind nicht so viele, dass sie die Handlung überlagern, aber genug, um davon abzulenken, dass es gar nicht so viel Handlung gibt.

Die dunkle Seite der Protagonistin wird leider nur in Aktion zum Leben erweckt, die internen Dialoge und der innere Kampf gegen „the Other“ blabern ziemlich hölzern und regen zum blättern an.

Tatsächlich störte mich am meisten, dass sich Susan Blue auf Mary Sue reimt – sie ist „hawt“ und Domina und steht auf Leder. Männer, denen sie begegnet, möchten beinahe automatisch die schmutzigen Dinge tun, aber sie schaffen es auch problemlos tiefere Gefühle für sie zu entwickeln.

Dabei ist sie beinahe ohne jeden eigene Antrieb, driftet gut dreißig Jahre durch ihr Unleben und lässt sich von diversen Männern sagen, was sie tun und denken soll.

Okay, da ist der Antrieb ihren Erzeuger zu finden und sich an ihm zu rächen und außerdem Mami zu helfen, die von der Gegenspielerin böse ausgenutzt wird. Beides bleibt aber reichlich plakativ und eindimensional.

Die Antagonistin hat mehr Potential für eine Charakterstudie, der Hintergrund lässt viel Graubereiche und ist gut erzählt, hat auch mehr komplexe Beziehungen, als Sonja. Das wäre eine echte Chance für einen vielschichtigen, getriebenen und identifikationsfähigen Bösewicht. Aber sie ist am Ende halt doch einfach nur Bös‘, schad.

Nun mit 16 wäre das Buch unterhaltsamer gewesen. Badass Bdsm Vampire Stories habe ich als Jugendlicher weit kritikloser genossen 😉

Sun Glasses after Dark ist dennoch unterhaltsam. Insbesondere die Ansätze eine verborgene Gegenwelt aufzubauen sind sehr gelungen, machen Lust darauf mehr Geschichten dieser düsteren urbanen Fantasy zu lesen. 1989 waren solche Ansätze auch noch recht neu – nicht vergessen 31 Jahre hat das Buch auf dem Buckel.

Es ist auch allemal besser, als die Papierverschwendung mit den Glitzervampsen, Falls ihr also jugendliche True Blood Fans kennt (oder seid) oder noch einmal nostalgisch in einer Vampirgeschichte schwelgen wollt, die nicht so glattgespült ist, wie Interview…

Einen Samstag nachmittag konnte ich sehr gut damit verbringen.

Sunglasses after Dark ist in kindle unlimited, also für die Amazon Abonnenten sogar kostenlos (Auf Englisch)

A Name in the Dark – G.S.Fortis

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Ich vermisse Harry Dresden und Peter Grant! Obwohl Ben Aaronovitch verlässlich veröffentlicht (Jim Butcher bis Band 15 auch) ist zwischen den beiden Autoren immer jede Menge Jahr ohne gute Urban Fantasy.

Hier kommt der Newcomer G.S. Fortis mit seinem Erstlingswerk ins Spiel. Drauf gestoßen bin ich eher zufällig durch eine Klick Serie von „andere-kunden-lasen-auchs“, die ausnahmsweise einmal nicht in romantic witchy mummy porn oder litrpg endete.

Fortis nimmt einen mit in eine klassisch übernatürliche Detective Noir Geschichte. Die teilzeitbesessene Privatdetektivin macht eine gute Entwicklung durch, die zugrundeliegende Kriminalgeschichte ist professionell aufgebaut. Alle Protagonisten haben ein Päckchen zu tragen, verraten einem ihre Vorgeschichte aber unverkrampft und ohne übertriebene Weinerlichkeit.

Das Worldbuilding ist wenig überraschend. Sicher nicht so weitgespannt wie bei Butcher oder Aaronovitch, aber mit genug Anklängen und Einblendungen, dass ich eher mehr darüber erfahren möchte, als dass ich es abhaken würde. Der Fairness halber sollte man sich auch daran erinnern, dass in Butchers Storm Front auch noch nicht viel von einer komplexen Parawelt zu sehen war und bei Aaronovitch die verwickelten Hintergründe auch durchaus einmal zäh sind und nerven können.

Ich habe mich wenige (!) Male beim Lesen ertappt, dass ich mich gefragt habe, ob es so eine gute Idee war, dass hier ein Mann mehr oder weniger ausschließlich weibliche Protagonisten schreibt. Ab und zu empfand ich deren Verhalten als etwas unecht, aber vielleicht spricht hier auch nur mein eigenes chauvinistisches Weltbild?

Wir begleiten auf jeden Fall Darcy und Paige bei einem spannenden Kriminalfall, beim Versuch mit ihren verschiedenen Dämonen zurecht zu kommen, mehr oder weniger geschickt um sich zu ballern und einiges an Fantastischem zu erleben.

Ich fand das spannend und sehr unterhaltsam – mehr als nur eine Überbrückung bis zum nächsten Butcher. Ich würde mich freuen, wenn G.S Fortis einen Nachfolger rausbringt, den würde ich definitiv sogar lesen, wenn er nicht auf Kindle Unlimited ist. (Also dafür zahlen 😉

A Name in the Dark ist auf Kindle Unlimited im Abonnement und momentan sogar für Alle kostenlos zu kaufen (englisch)

Rollenspiel in Zeiten der Isolation

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Remote P+P – Zips und Tricks für einen erfolgreichen Remote Spieleabend

Ausgangbeschränkung und Social Distancing Regeln fesseln uns an unsere Wohnungen und leider kommt dabei auch der regelmäßige Rollenspielabend unter die Räder.

Wir haben eine Reihe von Ersatzdrogen durch WoW, Netflix et al., aber ich vermisse die sowieso schon viel zu seltenen Abende mit gleichgesinnten Teilzeithelden und Bösewichten.

Die Ausgangssituation, könnte man meinen, ist perfekt.

  • Der ITler-Anteil in unserer Unterpopulation ist immens. Das bringt allerdings nicht nur Vorteile mit sich, dazu komme ich später noch.
  • Wir haben so gut wie keinen Bedarf an Spielmaterialen. Pen Paper Dice, das war’s -oder?

Aber ein wenig steckt der Teufel im Detail, bevor die erste erfolgreiche Runde steigt. Vielleicht hilft dieser Beitrag euch ja dabei eure Runde aufzusetzen oder besser zu machen.

Aller Anfang ist Videokonferenz

Kostenpflichtige (Zoom, Skype, Cisco, Teams) oder kostenlose (Hangouts, Jitsi, Discord) Anbieter von Conferencing Tools haben sich durch Corona viral (höhö) verbreitet.

Da fast sicher jemand in eure Spielgruppe ITler ist, habt ihr wahrscheinlich Zugriff auf entweder eine der kostenpflichtigen Varianten (Disclaimer: Keine Aufforderung zur privaten Nutzung von Arbeitsmitteln…) oder genug Tech Nerdiness um eine der kostenlosen zum Laufen zu bekommen.

Achtung hier kommt der ITler Nachteil in’s Spiel, es können Glaubenskriege geführt werden, ob nun Zoom (unsafe!) besser als Teams (iäähh Microsoft) und warum denn nicht einfach Discord (#n00b) und wenn schon nicht das, dann wenigstens OpenSource Jitsi, (weil OpenSouce the holy grail).

Völlig egal in meiner Erfahrung, welches Tool ihr zusammen verwendet, es gibt zwei Erfolgsfaktoren.

  1. Nehmt das, was die meisten von euch schon verwenden
  2. Nehmt das, was der Geduldigste von euch am besten beherrscht

Macht die Einstiegshürde so klein wie möglich und habt jemanden an Bord der Support machen kann, wenn es mal wieder mit der  Einwahl nicht klappt, der Ton Mist ist, der Chat durchbrennt Das Bildschirm Teilen keine Karten sondern Urlaubsfotos teilt oder oder oder, denn das wird die ersten Sessions zwischen 30% und 60% der Spielzeit in Anspruch nehmen.

Techtip: Für Video und Ton mit dem Smartphone einwählen und für den geteilten Bildschirm nochmal mit dem Rechner/ Tablet. Hab die Erfahrung gemacht, dass die Tonqualität dann erheblich besser ist und man mehr Platz auf der „Spielfläche“ hat. Außerdem löst es das: „hab keine Kamera und kein Headset Problem“ von Nicht Gamern

Socialtip: vereinbart ein paar Regeln zum Handheben und Redefluss unterbrechen/ erlauben. Man braucht etwas Disziplin, aber überraschenderweise kommen alle Spieler digital mehr zu Wort und agieren mehr als am Tisch (wo die leisen und unsicheren auch gerne mal nicht zu Wort kommen)

Spielmaterialien

An sich reicht die Konferenz Software, Charakterbogen auf dem Tisch Würfel dabei, fertig. Ich mein wir spielen Pen And Paper ja, weil unsere Fantasie Taverne, Dungeon, Schankmaid und Troll mitzeichnet. ABER…

Aber mir ist beim Online Rollenspielen aufgefallen, dass die doch recht wichtigen Micro-Interaktionen, rasche Zwischenfragen und Einwürfe oder auch mal die erklärende schnelle Skizze fehlen.

Online Würfeln

Es gibt massenhaft Online Würfel Anbieter, inklusive einige die Würfelräume anbieten, in denen ihr gemeinsam sichtbar und verdeckt würfeln könnt. Meine Favoriten sind https://rolz.org/ und http://rolldicewithfriends.com/ Discord hat Chatbots für’s Würfeln und ich werde demnächst einmal den Server von Kai Pautsch ausprobieren: https://dev.pautsch-edv.com/Wuerfel_Multiplayer

Karten, Räume und Bewegung

Dungeonmaps und Hexfelder gibt es online auch Haufen und es gibt auch einige Anbieter von Plattformen für Online Rollenspiele (z.B. Roll20 und Dungeonfog). Aber so richtig überzeugt hat mich bisher noch kein Angebot.

Dass die letzteren ein wenig Geld kosten find ich gar nicht mal schlimm. Problematisch finde ich die doch recht umfangreiche Einarbeitungszeit, bis das Spiel dann läuft, etwa Karten aufgebaut sind und die Charakter alle drin sind. Die Plattformen unterstützen out of the box hauptsächlich AD+D5, Pathfinder und Call of Cthulhu. Möchte man andere Systeme spielen, muss man/ kann man die Charaktersheets und Regelmakros selber bauen und eigenes Kartenmaterial zeichnen und importieren. Das ist mir persönlich zu viel Aufwand. Aber wenn ihr Erfahrung damit habt freu ich mich auf einen Kommentar in der Facebookwall.

Was mir fehlt(e) war aber was einfacheres, etwa auf einer Karte fix einzeichnen wohin man geht oder die Aufstellung der Charaktere gegen die sieben überraschten Orks, die von der Gruppe aufgeschreckt wurden.

Das sind meine Lösungen

Techtip: Manche Konferenz Tools bieten Whiteboards zum Teilen an, auf denen man zusammen malen kann und Kommentarfunktionen mit denen an in den geteilten Bildschirm reinkritzeln kann (z.B. Zoom)

  • Das richtige für die schnelle Skizze, aber schön ist es nicht

Techtip: Mit einer zweiten Kamera ein Board mit Miniaturen aufnehmen.

  • Low Tech, aber klappt Klasse, Das Figuren bewegen hängt dann halt an einer Person

Techtip: Die Mitspieler zu einem Google Slides einladen. Jeder Bearbeiter kann die Formen und Grafiken bewegen und die Zeichentools nutzen

  • Mein Favorit! Im HumbleBundle gibt es auch regelmässig günstige SpriteSheets oder ihr malt euren Char auf http://pixelartmaker.com/

Zum Einsatz von Google Slides und der Programmierung eines Würfelmakros mach ich nochmal einen gesonderten Artikel, das funktioniert nämlich echt toll.

Und sonst – wie ist Online P+P so?

Einerseits sorgt die notwendige Sprech-Disziplin für einen kompakteren Ablauf der erzählten Geschichte, andererseits ist mehr Zeit nötig, um die Bilder in allen Köpfen ankommen zu lassen.

Wir spielen mehr, kommen aber langsamer voran mit den Abenteuern. Das birgt die Gefahr auch etwas langweilig zu sein und zeigt Schwächen in Charakter- und Spielkonzepten sehr deutlich auf.

Es steigert aber auch das Potential für ganz tolle fantastisch realistische Spielerlebnisse, weil wir alle mehr zu Wort kommen und mehr Zeit auf unsere Stories verwenden können und müssen.

Fazit:

Spielt unbedingt mit euren Freunden auch online, es ist recht einfach und AUCH toll. Nicht auf die gleiche Weise, wie das gemütliche Zusammensitzen mit Freunden bei Chips und Bier. Aber spielerisch gar nicht unbedingt schlechter.